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Kfz-Lexikon.

Von der 130-%-Regelung bis zum Verkehrsleiter: 95 Fachbegriffe rund um Unfallgutachten, Schadenregulierung und Fuhrparkmanagement – kurz und verständlich erklärt.

95 Begriffe

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130-%-Regelung

Liegen die Reparaturkosten über dem Wiederbeschaffungswert, aber höchstens 30 % darüber, darf das Fahrzeug in der Regel dennoch fachgerecht repariert werden. Voraussetzung ist üblicherweise, dass Sie es anschließend weiter nutzen.

3D-Achsvermessung

Computergestützte Vermessung der Achsgeometrie in drei Ebenen mit dokumentiertem Messprotokoll. Weist Fahrwerks- und Rahmenverzug nach einem Unfall belastbar nach.

A

Abgasuntersuchung (AU)

Prüfung der Abgaswerte eines Fahrzeugs, die üblicherweise zusammen mit der Hauptuntersuchung durchgeführt wird.

Abschleppkosten

Kosten für das Bergen und den Abtransport eines nicht mehr fahrbereiten Fahrzeugs. Bei unverschuldetem Unfall gehören sie zu den erstattungsfähigen Positionen.

Achsvermessung

Messtechnische Prüfung der Radstellungen. Nach einem Unfall zeigt sie, ob Fahrwerk oder Karosserie verzogen sind.

Airbag-Steuergerät

Zentrale Elektronik, die die Rückhaltesysteme auslöst und Crashdaten speichert. Nach einer Auslösung ist in der Regel ein Austausch erforderlich.

Altschaden

Ein früherer, nicht oder nur teilweise reparierter Schaden. Er muss im Gutachten klar vom aktuellen Schadenfall abgegrenzt werden.

Anwaltskosten

Bei einem unverschuldeten Unfall trägt die gegnerische Haftpflichtversicherung in der Regel auch die Kosten Ihres Rechtsanwalts.

Audatex

Kalkulationssystem, das Reparaturwege und Arbeitszeiten herstellerbezogen berechnet. Grundlage vieler Schadenkalkulationen.

B

Bagatellschaden

Sehr kleiner Schaden in einer Größenordnung von meist unter 700 bis 1.000 Euro. Hier übernimmt die Versicherung die Gutachterkosten häufig nicht; ein Kostenvoranschlag genügt oft.

Beilackierung

Das Mitlackieren angrenzender Bauteile, damit der Farbton nahtlos übergeht. Bei Effektlacken technisch notwendig und erstattungsfähig.

Beschaffung (Fuhrpark)

Strukturierte Auswahl und Anschaffung von Firmenfahrzeugen – von der Bedarfsklärung über den Angebotsvergleich bis zur dokumentierten Übergabe.

Beweissicherungsgutachten

Gutachten, das Zustand und Schäden dokumentiert, bevor Spuren verloren gehen – etwa vor einer Reparatur oder bei strittiger Schuldfrage.

C

Classic Analytics

Marktbeobachtung für klassische Fahrzeuge, deren Daten bei der Bewertung von Oldtimern herangezogen werden.

D

DAT (Deutsche Automobil Treuhand)

Anbieter von Bewertungs- und Kalkulationsdaten. Die Systeme liefern Referenzwerte für Wiederbeschaffungs- und Restwerte.

Deformationszone

Konstruktiv vorgesehener Karosseriebereich, der bei einem Aufprall gezielt nachgibt und Aufprallenergie abbaut.

DGuSV

Berufsverband für geprüfte und zertifizierte Sachverständige. Eine Verbandszugehörigkeit sagt etwas über Qualifikationsnachweise aus, ersetzt aber keine Prüfung im Einzelfall.

Differenzbesteuerung

Besteuerungsform im Fahrzeughandel, bei der nur die Handelsspanne besteuert wird. Sie beeinflusst, wie der Umsatzsteueranteil im Wiederbeschaffungswert auszuweisen ist.

Direktregulierung

Abwicklung des Schadens über die eigene Versicherung, die anschließend beim Unfallgegner Regress nimmt. Bequem, kann Ansprüche aber verkürzen.

E

Ergänzungsgutachten

Nachtrag zu einem bestehenden Gutachten – etwa wenn bei der Demontage weitere Schäden sichtbar werden.

Erneuerung (E)

Kennzeichnung in der Kalkulation: Das Bauteil wird ersetzt statt instandgesetzt.

F

Fahrerassistenzsystem (FAS)

Elektronische Helfer wie Notbrems- oder Spurhalteassistent. Nach Arbeiten an Sensorik oder Frontscheibe ist meist eine Kalibrierung nötig.

Fahrerunterweisung

Jährliche und dokumentierte Unterweisung der Fahrer zu Pflichten und sicherem Umgang mit dem Fahrzeug – Teil der Halterpflichten.

Fiktive Abrechnung

Abrechnung auf Gutachtenbasis ohne tatsächliche Reparatur. Ausgezahlt werden die Netto-Reparaturkosten; die Umsatzsteuer folgt erst bei nachgewiesener Reparatur.

FIVA-Standard

International verwendete Zustandssystematik für historische Fahrzeuge.

Flottenmanagement

Im deutschen Sprachgebrauch weitgehend gleichbedeutend mit Fuhrparkmanagement. Der Begriff ist die Übertragung des englischen Fleet Management.

Freie Gutachterwahl

Als Geschädigter bestimmen Sie den Sachverständigen selbst. Den Gutachter der gegnerischen Versicherung müssen Sie nicht akzeptieren.

Führerscheinkontrolle

Wiederkehrende Prüfung der Fahrerlaubnis. Bei fest zugewiesenen Dienstwagen in der Regel halbjährlich, bei Poolfahrzeugen vor jeder Fahrt.

Fuhrparkleiter

Person im Betrieb, die für die Firmenfahrzeuge verantwortlich ist. In kleineren Unternehmen wird diese Rolle häufig nebenbei ausgefüllt.

Fuhrparkmanagement

Organisation aller Aufgaben rund um die Firmenfahrzeuge eines Betriebs: Beschaffung, Kostenkontrolle, Fristen, Schadenabwicklung und Halterpflichten.

G

Gutachterkosten

Honorar des Sachverständigen. Bei unverschuldetem Unfall Teil des Schadensersatzanspruchs und von der gegnerischen Haftpflichtversicherung zu tragen.

H

H-Kennzeichen

Kennzeichen für Fahrzeuge ab 30 Jahren in gutem, weitgehend originalem Zustand. Voraussetzung ist ein Gutachten nach § 23 StVZO.

Haftpflichtschaden

Schaden, den ein Dritter verursacht hat und den dessen Kfz-Haftpflichtversicherung reguliert.

Haftungsquote

Prozentuale Aufteilung der Verantwortung, wenn beide Unfallbeteiligten einen Anteil tragen.

Halterhaftung

Verantwortung des Fahrzeughalters für Zustand und Einsatz seiner Fahrzeuge – unabhängig davon, wer am Steuer sitzt.

Hauptuntersuchung (HU)

Wiederkehrende gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Verkehrssicherheit eines Fahrzeugs.

Hochvolt-System

Elektrisches System eines Elektro- oder Hybridfahrzeugs mit Spannungen weit über der üblichen Bordnetzspannung. Arbeiten daran erfordern eine besondere Qualifikation.

Hohlraumkonservierung

Korrosionsschutz in nicht einsehbaren Karosseriebereichen. Nach Instandsetzungen dort erneut aufzubringen.

I

Instandsetzung

Reparatur eines beschädigten Bauteils statt Austausch – in der Kalkulation meist mit „I" gekennzeichnet.

K

Kalibrierung

Neueinstellung von Sensoren und Kameras der Assistenzsysteme nach Reparatur oder Scheibentausch. Ohne sie können Systeme fehlerhaft arbeiten.

Kaskoschaden

Schaden, der über die eigene Teil- oder Vollkaskoversicherung abgewickelt wird – etwa bei selbst verursachten Unfällen oder Wildschaden.

Kostenmanagement (Fuhrpark)

Laufende Erfassung und Prüfung aller Fuhrparkkosten je Fahrzeug – von der Leasingrate über Kraftstoff bis zu Wartung und Versicherung.

Kostenneutrale Schäden

Vorschäden in einem Bereich, der ohnehin erneuert wird, sodass sie die aktuellen Reparaturkosten nicht erhöhen.

Kostenvoranschlag

Reine Kostenschätzung der Werkstatt. Er ersetzt kein Gutachten, weil Wertminderung, Nutzungsausfall und Restwert darin fehlen.

Kurzgutachten

Vereinfachtes Gutachten mit reduziertem Umfang für kleinere Schäden.

Kürzung durch Versicherung

Streichung oder Reduzierung einzelner Positionen durch den Versicherer. Häufig betroffen sind Stundensätze, Verbringungskosten und UPE-Aufschläge.

L

Lackmessung

Messung der Lackschichtdicke, um frühere Lackierungen und damit Vorschäden zu erkennen.

Ladungssicherung

Pflicht, Ladung so zu sichern, dass sie auch bei einer Vollbremsung nicht verrutscht. Teil der Halterverantwortung im Fuhrpark.

Leasingrückgabe

Rückgabe des Fahrzeugs am Ende der Vertragslaufzeit. Der dokumentierte Zustand entscheidet darüber, was nachberechnet wird.

Leasingübernahme

Übernahme eines laufenden Leasingvertrags samt Fahrzeug von einem Vorbesitzer.

M

Merkantile Wertminderung

Wertverlust, der bleibt, weil das Fahrzeug als Unfallwagen gilt – auch nach einwandfreier Reparatur.

Mietwagenkosten

Kosten eines Ersatzfahrzeugs für die Dauer von Reparatur oder Wiederbeschaffung. Erstattungsfähig, wenn ein tatsächlicher Fahrzeugbedarf besteht.

Minderwert bei Leasingrückgabe

Wertabschlag, den der Leasinggeber für Schäden ansetzt, die über normale Gebrauchsspuren hinausgehen.

N

Nutzungsausfall

Pauschale Entschädigung für die Zeit ohne Fahrzeug, wenn kein Mietwagen genommen wird. Die Höhe richtet sich nach Fahrzeugklasse und Ausfalldauer.

O

OBD-Diagnose

Auslesen des Fehlerspeichers über die Diagnoseschnittstelle. Zeigt unfallbedingte Störungen in der Fahrzeugelektronik.

P

Poolfahrzeug

Fahrzeug ohne festen Nutzer, das von wechselnden Mitarbeitenden gefahren wird. Erfordert engere Kontrollintervalle.

Q

Quotenvorrecht

Regelung, die es dem Geschädigten bei einer Haftungsquote erlaubt, nicht gedeckte Positionen vorrangig aus der Kaskoleistung zu befriedigen.

R

Rahmenvermessung

Messtechnische Prüfung der tragenden Karosseriestruktur auf Verzug – Voraussetzung für eine sichere Instandsetzung.

Regulierungsbeauftragter

Von der Versicherung beauftragte Person, die den Schaden vor Ort besichtigt. Sie arbeitet im Auftrag des Versicherers, nicht in Ihrem.

Regulierungsverzögerung

Verzögerte Zahlung durch den Versicherer. Nach angemessener Prüffrist können Verzugszinsen und weitere Ansprüche entstehen.

Reparaturbestätigung

Kurzbescheinigung, dass eine Reparatur tatsächlich und fachgerecht ausgeführt wurde. Wird etwa für Nutzungsausfall oder Umsatzsteuererstattung verlangt.

Reparaturkosten

Summe aus Ersatzteilen, Arbeitslohn, Lackierung und Nebenkosten für die vollständige Instandsetzung.

Restwert

Wert des unreparierten Fahrzeugs im beschädigten Zustand. Beim Totalschaden wird er vom Wiederbeschaffungswert abgezogen.

Richtbank

Vorrichtung, auf der eine verzogene Karosserie unter ständiger Messkontrolle zurückgerichtet wird.

S

Sachverständigenbüro

Betrieb, in dem Sachverständige Gutachten erstellen – unabhängig von Versicherungen, Werkstätten und Herstellern.

Sachverständiger (Kfz)

Fachlich qualifizierte Person, die Fahrzeugschäden und -werte neutral feststellt und nachvollziehbar dokumentiert.

Schadenfreiheitsrabatt (SFR)

Rabattstufe in der Kfz-Versicherung. Bei unverschuldetem Unfall über die gegnerische Haftpflicht bleibt er unberührt.

Schadenmanagement (Fuhrpark)

Gebündelte Abwicklung von Schäden an Firmenfahrzeugen: Aufnahme, Werkstattsteuerung, Gutachten, Versicherung und Rechnungsprüfung.

Schadennummer

Aktenzeichen des Versicherers zum Vorgang. Sie sollte in jeder Korrespondenz angegeben werden.

Schadensteuerung

Versuch der Versicherung, Geschädigte zu Partnerwerkstätten und eigenen Gutachtern zu lenken. Sie sind daran nicht gebunden.

Schwacke-Liste

Marktdatenwerk für Fahrzeugwerte und Mietwagenpreise, das als Referenz herangezogen wird.

SilverDAT

Kalkulations- und Bewertungssoftware der Deutschen Automobil Treuhand.

Spaltmaße

Abstände zwischen Karosserieteilen. Ungleichmäßige Spaltmaße deuten auf Verzug oder unsaubere Instandsetzung hin.

Spot-Repair

Kleinflächige Lackreparatur, die nur den beschädigten Bereich erfasst.

State of Health (SoH)

Gesundheitszustand einer Antriebsbatterie im Verhältnis zur Neukapazität. Zentrale Kenngröße bei der Bewertung von Elektrofahrzeugen.

Stellungnahme

Fachliche Äußerung des Sachverständigen zu einem strittigen Punkt – etwa nach einer Kürzung durch die Versicherung.

Strukturteil

Tragendes Karosseriebauteil, das für Steifigkeit und Crashverhalten entscheidend ist.

Stundenverrechnungssätze

Arbeitskosten je Stunde für Mechanik, Karosserie und Lack. Ob markengebundene Sätze angesetzt werden dürfen, ist ein häufiger Streitpunkt.

T

Total Cost of Ownership (TCO)

Gesamtkosten eines Fahrzeugs über die komplette Nutzungsdauer – von Anschaffung und Wertverlust über den Betrieb bis zur Verwertung.

Totalschaden (technisch)

Das Fahrzeug lässt sich technisch nicht mehr fachgerecht instand setzen.

Totalschaden (wirtschaftlich)

Die Reparatur wäre teurer als der Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert – wirtschaftlich also nicht sinnvoll.

U

Unfallbericht

Erste Dokumentation des Unfallhergangs mit Beteiligten, Zeugen und sichtbaren Schäden.

Unfallgutachten

Vollständiges Schadensgutachten mit Reparaturweg, Kosten, Wertminderung, Wiederbeschaffungs- und Restwert sowie Ausfalldauer.

Unfallrekonstruktion

Technische Rekonstruktion des Unfallablaufs – meist bei strittiger Schuldfrage oder widersprüchlichen Angaben.

Unkostenpauschale

Pauschale für Nebenkosten wie Telefon und Porto, die ohne Einzelnachweis erstattet wird.

UPE-Aufschläge

Aufschläge auf die unverbindlichen Preisempfehlungen für Ersatzteile, die regional übliche Beschaffungskosten abbilden.

UVV-Prüfung

Wiederkehrende Prüfung von Dienstfahrzeugen nach den Unfallverhütungsvorschriften – in der Regel jährlich.

V

Verbringungskosten

Kosten für den Transport zwischen Werkstatt und Lackiererei, wenn nicht beides im selben Betrieb liegt.

Verjährungsfrist

Zeitraum, in dem Ansprüche geltend gemacht werden müssen. Bei Schadensersatz aus Verkehrsunfällen gilt regelmäßig eine dreijährige Frist ab Ende des betreffenden Jahres.

Verkehrsleiter

Fachkundige Person, die im erlaubnispflichtigen Güterkraftverkehr die Verkehrstätigkeit tatsächlich und dauerhaft leitet. Die Fachkunde wird über eine IHK-Prüfung nachgewiesen; ein externer Verkehrsleiter darf höchstens vier Unternehmen mit zusammen 50 Fahrzeugen betreuen.

Vorschaden

Früherer Schaden am Fahrzeug – unabhängig davon, ob repariert oder nicht. Er ist offenzulegen und im Gutachten abzugrenzen.

W

Wertgutachten

Gutachten zur Wertermittlung, etwa für Kauf, Verkauf, Erbschaft oder Versicherung.

Wiederbeschaffungsdauer

Zeitraum, den die Beschaffung eines gleichwertigen Fahrzeugs realistisch beansprucht. Grundlage für den Nutzungsausfall beim Totalschaden.

Wiederbeschaffungswert

Betrag, den ein gleichwertiges Fahrzeug am regionalen Markt kosten würde.

Z

Zustandsnote

Bewertungsskala von 1 (makellos) bis 5 (restaurierungsbedürftig), die vor allem bei Oldtimern verwendet wird.

Sie vermissen einen Begriff oder möchten wissen, was er für Ihren konkreten Fall bedeutet? Rufen Sie uns an – wir ordnen ihn für Sie ein. Mehr zu unseren Leistungen finden Sie unter Unfallgutachten, Fahrzeugbewertung und Fuhrparkmanagement.

Hinweis: Die Erklärungen bieten eine erste Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Im Einzelfall können abweichende Regelungen gelten.

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Hauptsitz in Schramberg-Sulgen, Außenstelle in Rottweil. Zur Schadenaufnahme kommen wir ohnehin zu Ihnen – vor Ort, in der Werkstatt oder zu Hause.

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